Politik
Nach Wahlniederlage: Fischer und Bütikofer kritisieren Grünen-Spitze
GDN -
Nach der Wahlniederlage kritisieren mit Joschka Fischer und Reinhard Bütikofer nun auch ehemalige Spitzenleute der Grünen die amtierende Führung der Partei. Der langjährige Außenminister Joschka Fischer sagte dem "Spiegel": "Es scheint fast, als ob die derzeitige Führung der Grünen älter geworden ist, aber immer noch nicht erwachsen. Sie hat eine Strategie verfolgt, die nicht nur keine neuen Wähler gewann, sondern viele alte vergraulte. Statt über Umwelt und Europa, Bildung und Familien haben wir nur über Steuern und Abgaben geredet."
Fischer nannte es einen "fatalen Fehler", die Grünen "strategisch auf einen Linkskurs zu verringern". Damit sei die Partei "in der Konkurrenz zu SPD und Linken gnadenlos untergegangen". Der ehemalige Parteichef Reinhard Bütikofer warf Spitzenkandidat Jürgen Trittin vor, in der Europapolitik strategisch versagt zu haben. "Der Verzicht von Rot wie Grün auf ein ernsthaftes Ringen mit Kanzlerin Merkel um die Deutungshoheit in der Europapolitik erlaubte ihr eine politische Hegemonie", so Bütikofer im "Spiegel". Diese sei später "nicht mehr zu erschüttern" gewesen. Bütikofer warf Trittin vor, er sei zumeist aufgetreten, "als spräche er nur für unseren linken Flügel". Dabei hätte er "als Spitzenkandidat über ein starkes Mandat der ganzen Partei verfügt, nicht zuletzt der Realos, und ein breit getragenes Wahlprogramm."
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